Informationen über Hannover
Kunst und Kultur – Hannover hat viel zu bieten
Hannover ist voller Gegensätze. Für die einen ist Hannover die Metropole mit Herz, für die anderen die größte Kleinstadt Deutschlands mit ICE-Halt. Sie vereinigt gebürtige Hannoveraner wie Theo Lingen und Hannah Arendt, Theodor Lessing und Kurt Schwitters. Sie verbindet traditionelle Ingenieursleistung und innovative Gegenwartskunst. Letztlich überrascht die Stadt auch alte Hannoveraner immer wieder. Grund genug, Kunst und Kultur in der Landeshauptstadt genauer zu betrachten.
Museen besitzt Hannover reichlich, darunter das Niedersächsische Landesmuseum und das historische Museum mit Darstellung der Stadtgeschichte. Eine herausragende Stellung besitzt das Wilhelm-Busch-Museum in Herrenhausen, nahe des Welfenschlosses. Es beherbergt im Obergeschoss eine Dauerausstellung der Werke Wilhelm Buschs, der weitaus mehr konnte als „nur“ Bildergeschichten von Max & Moritz zu kritzeln. Zum andern bietet es wechselnde Ausstellungen zum Thema Karikatur, Comic und Cartoons, die in ihrer Einzigartigkeit sehenswert sind. Daneben verfügt Hannover noch über zahlreiche Sparten-Museen: Theater-Museum, Münzkabinett, Feuerwehrmuseum, Blindenmuseum, veterinärmedizinhistorisches Museum usw. Nur ein Korporations-Museum, das gibt es freilich noch nicht. Obwohl... keine dumme Idee eigentlich. „Korporation“ ist das richtige Stichwort. Die Spielarten der Studentenverbindungen in Hannover sind mannigfaltig. Der Kontakt untereinander ist gut und teilweise sogar kooperativ. Zum 175jährigen Bestehen der Universität gelang sogar ein gemeinsamer Festkommers im Kuppelsaal mit dem niedersächsischen Landtagspräsenten als Festredner.
Doch zurück zur Kunst: die klassische Moderne hat seit jeher ein Standbein in Hannover. Garanten hierfür sind zum einen die Kestnergesellschaft (wechselnde Ausstellungen zum Thema Videokunst, Rauminstallation usw.) und das Sprengel Museum. Das Sprengel Museum widmet sich der Kunst des 20. Jahrhunderts, besonders des gebürtigen Hannoveraners Kurt Schwitters, einem der Väter des Dadaismus (Merz-Bewegung). Auch Fotografie und Medien finden ihre Darstellung in diesem Museum. Ein letzter Schwerpunkt liegt auf den Werken von Niki de Saint-Phalle. Letztlich ist ganz Hannover ein Ausstellungssaal dieser französisch-schweizerischen Künstlerin, findet man doch ihre Werke überall. Bunte „mannshohe Frauenfiguren“ mit üppiger Büste lächeln dem Spaziergänger auf den Strassen und in den Parks zu. De Saint-Phalle wurde im Jahr 2000 Ehrenbürgerin der Stadt und war bis zu Ihrem Tod Hannover sehr verbunden.
Naherholung wird in Hannover groß geschrieben. Möglichkeiten gibt es dazu reichlich. Da wäre zunächst die Eilenriede, ein Stadtwald von 650 ha mit einem 30 km langen Wegenetz zum Wandern, Reiten und Radeln, aber auch zum Inlinern und Minigolf spielen. An die Eilenriede grenzt der Hannoveraner Zoo miteiner Fläche von 22 ha. Rund 2.000 Tier warten darauf bestaunt zu werden. Ein gut gemeinter Ratsschlag: den Ziegenbock füttern Sie besser nicht!
Wer dem „hier und jetzt“ lieber entfleuchen möchte, der wird sich in den Herrenhäuser Gärten sicher wohlfühlen. Im Grossen Garten lebt und atmet alles im Stile des Barock und sogar die Buchsbäume sprechen hier vornehmes Französisch. Im Sommer messen sich die besten Pyrotechniker der Welt im Feuerwerkswettbewerb, während Pantomimen wortkarg zwischen dichten Hecken lustwandeln. Und in der so genannten Grotte begrüßen uns – wie kann es in Hannover anders sein – Plastiken von Niki de Saint-Phalle (Werter Leser, Sie erinnern sich hoffentlich an die „mannshohen Frauen“, die ich erwähnte).
Traditionell strebt Hannover auch zu den Sternen. Immerhin ist hier der Geburtsort von Wilhelm Herschel, dem großen Astronomen des 18. Jahrhundert, dem Entdecker des Planten Uranus und der Monde des Saturn. In dieser Tradition steht die Volkssternwarte auf dem Lindener Berg.
„Was für ein Theater!“ möchte man ausrufen, wenn man die vielfältige Theater- und Kleinkunst-Szene betrachtet. Fünf Theater und eine Oper buhlen allabendlich um den Applaus des Publikums. Auch die Kleinkunst ist vertreten: im GOP werden Jonglage, Magie und Körperkunst präsentiert. Hereinspaziert, mein Herrschaften!
Hannover verfügt also über eine Viehzahl von Attraktionen. Vielleicht bietet sich ja im Rahmen des Burschentages ein Anlass das eine oder andere an der Landeshauptstadt zu entdecken? Einen genauen Blick ist die Metropole mit Herz auf jeden Fall wert. Viel Spaß!
